(re)searching
urbanity















ausführliches Programm

Freitag 29. Juli
(Floating University Berlin)

Lilienthalstraße 32, 10965 Berlin

“Wie bewege ich mich in der Stadt?” (Opening Panel)
Freitag 18:30 Uhr

Aslı Varol (fem_arc)
Dr. Anna Steigemann und Dr. Christian Haid (TU Berlin)
Hatice Tahtali (Oyoun)
Briti Beneke (Bürger*innenInitiative A100)
Carmel Keren (Gendered Urban Landscapes - GUrL)
Agniezska Kilian (Neue Nachbarschaft // Moabit)


Der urbane Raum ist Schauplatz politischer Konflikte und sozialer Aushandlungen – strukturelle und institutionalisierte Marginalisierungsdynamiken zeigen sich insbesondere in aktuellen Mobilitäts- und Zugänglichkeitsdebatten. Denn wie sich Menschen in der Stadt bewegen (können), hängt von vielfältigen, häufig ineinandergreifenden Faktoren ab: Gender- und Sexualidentität, rassifizierende Zuschreibungen, ökonomische Ressourcen oder ableistische Architektur erschweren vielen Personen(-gruppen) eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Raum. Was sich verändern muss, damit sich in der Stadt von morgen alle so bewegen können, wie sie es sich wünschen, möchten wir mit den Panel-Teilnehmenden Aslı Varol (fem_arc), Dr. Anna Steigemann und Dr. Christian Haid (TU Berlin), Hatice Tahtali (Oyoun), Briti Beneke (Bürger*innenInitiative A100), Carmel Keren (Gendered Urban Landscapes - GUrL) und Agniezska Kilian (Neue Nachbarschaft // Moabit) diskutieren.





Samstag 30. Juli
(Floating University Berlin)

Lilienthalstraße 32, 10965 Berlin


Raumcast - Der Podcast zum öffentlichen Raum (Ausstellung)
Samstag und Sonntag ganztägig
Auch der Raumcast ist mit einer Audio-Austellung Teil des Stadtpolitischen Symposiums! Hört euch quer durch sieben Semester und 39 Podcastfolgen und erfahrt, was es zum Beispiel mit fahrstuhlfahrenden Füchsen, Gender Planning und lokativen Medien auf sich hat!

Der Raumcast ist ein studentischer, transdisziplinärer Podcast, der sich mit sozialen, ökologischen und gestalterischen Themen rund um die Stadt und den öffentlichen Raum auseinandersetzt. Der Podcast möchte nicht nur Planer*innen erreichen, sondern insbesondere auch fachfremden Personen einen Zugang zum wichtigen Themenbereich Stadt, Stadtentwicklung und öffentlicher Raum ermöglichen. Hört rein!

Projektwerkstatt Zukunft des Tempelhofer Feldes - Visionen (Workshop) 
Samstag, 11:00 Uhr
Emil Widmer, Kareem Yacoub, Leo Noack, Wiebke Clausen

302 ha freie Fläche inmitten von Berlin- und dann ist da noch ein riesiges Flughafengebäude…

Wir untersuchen die größte innerstädtische Freifläche Europas. Nachdem wir uns in den ersten beiden Semestern mit den Grundlagen und den Akteuren auseinandergesetzt haben, wurden in diesem Semester utopische Konzepte für das Tempelhofer Feld der Zukunft entworfen. Die Konzepte bestehen aus einem konzeptionellen Entwurf und einer Auswertung der Fläche im IST Zustand und mit dem Konzept. Damit wollen wir die Folgen planerischer Eingriffe aufzeigen.

Am 30.07 wollen wir mit euch in einem 1,5 stündigen Workshop Mini-Konzepte für Teilbereiche des Tempelhofer Felds im Bausteinverfahren entwerfen. Spielerisch „puzzelt“ ihr euch so zu eurem Tempelhofer Feld der Zukunft.


City as a university (Vortrag/Performance)
Samstag, 11:00 Uhr
Bene Wahlbrink, Gabriel Henschel, Engy Mohsen und Jennifer Jiang

During the symposium Bene Wahlbrink will talk about the approach of multiplicity in collaborative processes and reflect in this context on the workshop ‘The City as a University’, which @pantarheicollaborative organized last summer as part of the Floating University 2021 Programme. The presentation will be accompanied by Gabriel Henschel and Engy Mohsen and a game from their collection "How To Love Many In Many Ways". In addition, Jennifer Jiang will present her performance "Would you like a seat?" which she developed during the workshop.


Mapping Torhaus - Eine Architekturethnographie am Tempelhofer Feld (Workshop)
Samstag, 12:30 Uhr
Tim Belau & Teilnehmende der Projektwerkstatt

Architekt!nnen und Stadtplaner!nnen sind in der Wiedergabe von Räumen durch vor allem Kartierungen geübt. Doch Karten werden oft auf zweidimensionale abstrahierte Darstellungen reduziert, welche den erfahrbaren Raum verkürzen. Auch die Fokussierung auf messbare Werte mit der Vorstellung des Raums als dreidimensionales Objekt ist in der architektonischen bzw. stadtplanerischen Analyse dominant. In unserer Projektwerkstatt haben wir uns dem Raum aus einer anthropologisch-kritischen Perspektive genähert und die  kreative Methode des Mappings genutzt. Diese Mappings sollen keine neutrale Wiedergabe sein, sondern die unterschiedlich in den Raum eingeschriebenen Diskurse, Konflikte, Bewegungen, Nutzungen und Sinneseindrücke miteinander in Beziehung setzen und lesbar machen. Als konkreten Stadtraum haben wir uns auf das Torhaus und dessen Umgebung am Flughafen Berlin-Tempelhof konzentriert.

Dieser Workshop beginnt als Walking-Seminar während wir gemeinsam zum Torhaus gehen, sprechen wir über die Grundlage von Mappings. Am Torhaus angekommen kann das Mapping selber ausprobiert werden und die Abschlussarbeiten der Studierenden sind dort ausgestellt.  Am Torhaus angekommen kann das Mapping selber ausprobiert werden und die Abschlussarbeiten der Studierenden sind vor Ort ausgestellt.



The “right to the city”: a Marxist perspective on urban question (Vortrag)
Samstag, 12:30 Uhr
Antonio Cerquitelli

What is the 'right to the city'? This question seems inseparable from a number of other questions, such as the kind of city we want, the kind of people we want to be, the social relations we aspire to, the relationship we want to foster with nature, and the technologies we find convenient. The right to the city cannot be reduced to an individual right to access the resources concentrated in the city itself: rather, it must be the right to change ourselves by changing the city, so that it conforms to our desires. It is therefore a collective rather than a subjective right, since in order to change the city, it is necessary to  exercise collective power over the urbanisation  process.  In  this  perspective, it is important to analyse how, throughout history, we have been shaped and reshaped by an increasingly frenetic and extensive  process of urbanisation, animated by powerful  social  forces  and  punctuated  by  violent phases of urban restructuring,  'creative  destruction', as well as the resistance and revolts to which these restructurings have given rise. The right to work (to participating activity) and right to use (very different  from the right to property) are  implicit  in the right to the city. This right therefore passes through the breaking of the control and homologation devices of daily life, through a reappropriation of  the  times  and  spaces  of  urban  living  that  requires  a  new  configuration  of  social,  political  and economic relations, starting from a drastic change in the decision - making arena. "Our main political task”,  suggests  Lefebvre, “then  consists  in  imagining  and  reconstituting  a  model  of  the  city completely different from the horrible monster that global and urban capital ceaselessly produces.”

PhD student of the cycle XXXVI at the University of Padua (ongoing). Curriculum in political philosophy



Researching disruptions. Spreeraum Ost, Berlin 1990-2020 (Vortrag)
Samstag, 14:00 Uhr
Lorenza Manfredi

The PhD Project on disruptions – presented and discussed in this event, together with involved activists – investigates the spatial transformation of the Spreeraum Ost area and the resistance to neoliberal urban transformation of relevant autonomous projects located here. The evolution of three self-initiated projects rooted in this area reconfigures autonomy through the concepts of ownership (Holzmarkt), common good (RAW Gelände) and temporariness (Teepeeland). What we see emerging from these stories are incongruous atmospheres, where the creation of space for the plurality of multipublics encounters the need to develop cynical and pragmatic tactics to respond to the sharpening of pressure represented by the Bodenfrage.

Lorenza Manfredi (architect and PhD candidate in urbanism), explores the relation between people and the creation of space using many different practices such as researching, planning, drawing, painting and building – usually as part of collectives and project spaces.



Gaining Ground? Berlin’s Housing and Land Decommodification Initiatives and Their Efforts to Common·ize Urban Land (Vortrag)
Samstag 15:00 Uhr
Clemens Weise

Finanzialisierung, Spekulation mit Wohnraum und Gentrifizierung sind in aller Munde. Weniger Beachtung findet bislang die darunter liegende Bodenfrage: Wer profitiert vom extrem verteuerten Boden Berlins, wie konnte es zum Ausverkauf öffentlicher Grundstücke kommen und was sind Auswege aus der heutigen Situation? Ein diverses Feld von Akteur_innen – Mieter_innenbewegung, gemeinwohlorientierte Stadtentwickler:innen und intermediäre Organisationen – versucht, Boden dem Markt zu entziehen und „gemeinzuschaffen“ (commoning) bzw. zu vergesellschaften (commonizing). Die Arbeit erörtert aus einer (post-)marxistischen Commons-Perspektive, wie aus den vielfältigen Ansätzen mehr Druck gegenüber Kapital und Staat und insbesondere der Berliner Landespolitik entstehen könnte, um langjährige bodenpolitische Forderungen der Initiativen umzusetzen.

Clemens Weise hat Urbanistik in Weimar studiert, ist Mitglied der ZUsammenKUNFT eG, die das Haus der Statistik mit entwickelt, und beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von urbanen sozialen Bewegungen, alternativen Stadtentwicklungsprojekten und Bodenpolitik. Er schloss seinen Master of Urban Studies in Brüssel mit der hier präsentierten Arbeit ab.

Mietpreisbremse und Mietendeckel - eine empirische Analyse über die Wirksamkeit. Vorbild oder abschreckendes Beispiel? (Vortrag)
Samstag 16:00 Uhr 
Benedikt Jeutner

Die Arbeit analysiert die Effekte der Mietpreisbremse und des Mietendeckels auf Neuvertragsmieten in Berlin mit besonderem Augenmerk auf regionale Unterschiede innerhalb Berlins. Es wird hervorgehoben, welche sozio-ökonomischen Nachbarschaften besonders profitiert haben. Der Analyse folgt eine Abwägung zwischen Wirksamkeit von Maßnahmen und negativen Begleiterscheinungen.

Benedikt Jeutner hat Jura an der Humboldt-Universität in Berlin studiert, verbunden mit Auslandsaufenthalten in London und Madrid. Im letzten Jahr absolvierte er seinen Master in Public Administration mit der Spezialisierung Economics and Governance an der Universität Leiden in Den Haag. Die Masterarbeit ist Thema des Vortrags. 


(re)searching the non-objective values of our furniture (Workshop)
Samstag 14:00 Uhr
Eva Schneuwly

Berlin - eine Stadt, in der 2020 die Mieten für möbliertes Wohnen 60% über jenen für vergleichbare Wohnungen lagen.

Während eines Workshops soll die nicht-objektive Ebene von Möbeln beleuchtet werden. Wie verändert sich der Raum hinter den Blockrandfassaden durch Einrichtungsgegenstände? Nach wie viel Persönlichkeit sehnen wir uns? Wie emotional, wie distanziert ist das Verhältnis zum eigenen Innenraum?

Wie der Schriftsteller Kurt Tucholsky 1929 sammeln wir Geschichten unserer Möbel. Die Innenräume werden für einmal nach außen getragen und dort zusammengebracht. Gemeinsam suchen wir Werte, die kein finanzielles Potenzial besitzen, die nicht an Renditen messbar sind, sondern die von Subjektivität zeugen.

Eva studiert Architektur im Master an der ETH Zürich, beschäftigt sich im Zuge dessen mit der urbanen Entwicklung von Städten und setzte darum den Fokus ihrer bisherigen kollaborativen Projekten meist auf sozialpolitischen Themen.




Aimless, adrift, and (not) afraid: A city dérive through a feminist lens (Spaziergang)
Samstag 17:00 Uhr
Mikhela Bayes

In this city walk, you will participate in an organised dérive through Neukölln, starting at the Floating University. A dérive can be a playful strategy for moving through a city, wandering aimlessly without direction or a destination, with the aim of getting lost in order to observe and experience the city in a new, involved way. The focus of this walk will be to think about and discuss how the design of public space influences how women, men, and gender non-conforming people experience the city differently. During the walk you will be encouraged to share observations with the group to foster a space of open discussion amongst participants and facilitators. You are encouraged to bring a notebook, sketchbook, or camera to record your observations!

Mikhela (she/her) is pursuing her Masters in International Affairs at the Hertie School of Governance. Her research interests lie in the politics of group emotion and memory in conflict and post-conflict situations. She is currently working at the United Nations System Staff College’s Knowledge Centre for Sustainable Development on projects relating to sustainable urban development and social protection.



Gendergerechte Stadtplanung – was bedeutet das und was können wir konkret daraus mitnehmen? (Vortrag)
Samstag 18:30 Uhr Sophia Lenz

Im Vortrag werde ich meine Ergebnisse meiner Masterarbeit zum Thema “Gendergerechte Stadtplanung im Lehrplan deutscher Hochschulen” aufzeigen und so eine Status Quo-Analyse der aktuellen Lehrinhalte. Gleichzeitig wurde während der Forschungsarbeit deutlich, wie divers das Verständnis von Gendergerechter Stadtplanung ist und somit auch die Anwendung in der Lehre und in der Praxis. Gendergerechte Stadtplanung beginnt bei automatischen Türen, deren Sensoren Menschen unter 1,60m nicht erkennen und geht weiter über gläserne Böden bis hin zu Mobilitäts- und Quartiersplanungen. Eine Gendergerechte Stadtplanung ist somit auch oft eine inklusive Stadtplanung. Doch ist das alles in unseren heutigen Städten schon Realität?

Sophia Lenz, Zukunftsvisionärin, Feministin und Generalistin - verknüpfe Diversität mit Nachhaltigkeit und Digitalisierung


Airbnb: Zwischen Kooperation und Konfrontation - Wie effektiv sind die Strategien der Städte Berlin und Amsterdam zur Regulierung von Kurzzeitvermietung? (Vortrag)

Samstag, 18:30 Uhr
Johannes Kolleck und X-Tutorial: Zweckentfremdung von Wohnraum in der wachsenden Stadt


Die Forschungsarbeit vergleicht die Strategien der europäischer Metropolen Amsterdam und Berlin bei der Regulierung von Kurzzeitvermietungen. Beide Städte sind von Wohnungsknappheit und steigenden Mieten betroffen, durch internationalen Tourismus geprägt und haben insbesondere in der Innenstadt das Problem von Wohnraum, der durch die illegale Nutzung als Ferienwohnungen zweckentfremdet und damit dem Wohnungsmarkt entzogen wird. Jedoch unterscheiden sich die Regulierungsansätze, sowie die Auswirkungen auf den Markt, signifikant. Eingebettet wird der Vortrag durch eine kurze Einführung in die Problematik der Zweckentfremdung von Wohnraum in Berlin.

Johannes Kolleck studiert Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin. Die Arbeit ist Rahmen des X-Tutorials: Zweckentfremdung von Wohnraum in der wachsenden Stadt entstanden.



#Palmen Forschung (Performance/Vortrag)
Samstag, 19:30 Uhr
Yann Colonna

Palmen in Berlin? Das kann doch nur ein Witz sein! Sie passen, wenn wir die Welt durch eine biodeterministische Linse betrachten, nicht nach Berlin. Palmen werden demnach sehr häufig mitanderen, fremden Orten assoziiert. Die Betrachtung der Berliner Palmenlandschaft hilft diese gedankliche Verkürzung zu überwinden und deckt auf, wie Palmen als Grenzobjekte genutzt werden, um Selbst- und Fremdbilder zu (re)produzieren. Anhand konkreter Beispiele Berliner Palmen zeigt Yann Colonna die alltäglichen Orte und Praktiken dieses Prozesse und verbindet sie mit den übergeordneten Themen Fremdheit, Macht und Konsum.

Yann Colonna ist in erster Linie ein Grenzgänger. Das gilt sowohl für seine persönliche Biografie, die sich immer wieder in kulturellen Zwischenräumen bewegt, als auch für seine Arbeit, die die Grenzen zwischen den Disziplinen überwindet. Als Urbanist und Stadtforscher ausgebildet, ist das Thema STADT als interdisziplinäres Forschungsfeld stets Ausgangspunkt der Auseinandersetzung. Kunst und Performance dienen ihm als Mittel, Erforschtes wieder zurück in der urbane Alltag zu führen.



Stattabriss – eine Erzählung über zukünftige Paradigmen der Stadtentwicklung in Potsdam  (Lesung)
Samstag, 20:30
Team K

In unserer Lesung wollen wir euch durch eine Erzählung mitnehmen in unsere Gedankenwelt. Es ist ein Versuch, ein neues Potsdam zu beschreiben, dessen Stadtplanung sich zugunsten der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit gewandelt hat. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf das Bauwesen - oder besser Umbauwesen - gelegt, denn Neubauten soll es in dieser Zukunft (fast) nicht mehr geben. Das Buch spiegelt unsere persönlichen Wünsche, Vermutungen und Hoffnungen für das urbane Leben der Zukunft wider.

Die Erzählung “Stattabriss“ ist im Rahmen eines Seminars des „natural building lab“ zum Rechenzentrum in Potsdam entstanden und reflektiert die aktuellen Paradigmen der Stadtentwicklung am Beispiel der Rekonstruktion der Garnisonkirche.



Sonntag 31. Juli

(Werkstatt im Haus der Statistik)

Karl-Marx-Allee 1, 10178 Berlin



Feministische Stadt – Überlegungen zu Eigentum, Carearbeit und Angsträumen (Stadtspaziergang)
Sonntag, 11:30
Treffpunkt: Straußberger Platz 13
Projektwerkstatt Mietenwahnsinn - warum wohnen politisch ist

Das studentische Seminar „Mietenwahnsinn – warum wohnen politisch ist“ hat in diesem Semester den Spaziergang „Feministische Stadt – Überlegungen zu Eigentum, Carearbeit und Angsträumen“ erarbeitet.

Zu Beginn stellen wir uns die Frage, inwiefern Eigentumsverhältnisse in Berlin zu einer sozial gerechten Stadt beitragen oder diese verhindern. Laut dem Grundgesetz muss Eigentum dem Gemeinwohl dienlich sein. Großes Privateigentum, Rendite und Mietsteigerung zeichnen ein anderes Bild. Welche Methoden und Werkzeuge haben wir, um eine gemeinwohlorientierte Stadt zu ermöglichen?

An der nächsten Station geht es um das Thema Care-Arbeit.
Wir laufen mit euch durch das Wohngebiet zwischen dem Straußberger Platz und dem Haus der Statistik und stolpern dabei immer wieder über Fragen, die uns schon öfter im Weg waren: Wo ist hier das nette Plätzchen zum Wickeln und Stillen? Wer räumt hier eigentlich den Müll weg? Im Anschluss wollen wir mit euch diskutieren was Care-Arbeit in dieser Gesellschaft bedeutet und was für städtische Räume wir für gerechte und wertschätzende Sorgearbeit brauchen.

Zum Schluss des Spaziergangs wollen wir uns mit den Fragen nach Angsträumen beschäftigen. Was sind Angsträume? Wie und für wen entstehen sie und welche Lösungen gibt es? Gemeinsam wollen wir dies am Alexanderplatz untersuchen und uns auch die Frage stellen: Für wen ist die Polizei ein Schutzsymbol und für wen ein Zeichen der Gewalt?


Auf dem Weg zu Grüner Gerechtigkeit (Stadtspaziergang)
Sonntag 11:30 Uhr
Treffpunkt: Eingang zum Böcklerpark gegenüber vom Schwimmbad an der U Prinzenstraße
Ramona Baur und Nicola Kist

Ist der Zugang und Nutzen von Grünflächen für jede*n Bewohner*in einer Stadt gerecht verteilt? Spoiler: Leider nicht! Meist sind bereits benachteiligte Personengruppen davon zusätzlich betroffen. Auf einem Spaziergang vom Böcklerpark ausgehend den Luisenstädtischen Kanal entlang wollen wir auf die (un)sichtbaren Aspekte von Umweltgerechtigkeit aufmerksam machen. Dabei soll es unter anderem über Zugang & Barrieren, Nutzungskonflikte, Grüne Gentrifizierung und Auswirkungen von Grünflächen auf die mentale Gesundheit der Stadtbevölkerung gehen.

In unserer studentisch geführten Lehrveranstaltung – der Projektwerkstatt “Grüne Gerechtigkeit“ – beschäftigen wir uns mit den Zusammenhängen zwischen Umweltgerechtigkeit und Urbanen Grünflächen. Unser Ziel ist es, dass nicht nur die ökologische und soziale Bedeutung von Urbanem Grün deutlich wird, sondern auch deren Verteilung und Gestaltung kritischer reflektiert werden. Wir freuen uns auf euch!



„Überall nur alte, weiße, tote Männer“ – Queerfeministische Stadtperspektiven auf Weimar
Sonntag 13:30 Uhr
Lilli Walter

War Shakespeare schon mal in Weimar?
Was machen die Macker im Hausprojekt?
Warum gibt es einen Zwiebelmarkt für Nazis?
Und wie geht eigentlich queerfeministische Stadtplanung?

Ein Vortrag für alle, die sich für Städte, Cycling Interviews, 
Antifaschismus in Thüringen und queerfeministische Forschung interessieren.

Lilli Walter aka. Lkw brummbrumm: Medienwissenschaftlerin und Architekturstudentin von Weimar bis Athen - Hannes Meyer Ultra!


"Leerstand, Abriss und Neubau" - ein ökologisches Desaster (Vortrag)
Sonntag, 13:30
Janine Pommerenke

*Leider wird der Vortrag "Leerstand, Abriss und Neubau - ein ökologisches Desaster" am Sonntag, 31.7. nicht stattfinden!*

*Unfortunately the lecture "Leerstand, Abriss und Neubau - ein ökologisches Desaster" on Sunday, July 31 won't be happening!*

Die Auswirkungen des Klimawandels fordern eine Transformation in allen Sektoren. Die Stadtplanung und der Bausektor spielt eine wichtige Rolle bei der Begrenzung des Energieverbrauchs und der klimarelevanten Emissionen in Deutschland. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es Veränderungen in der gängigen Praxis. Einen Teil davon trägt der Umgang mit den Bestandsgebäuden bei. Die Bodenpreissteigerungen tragen dazu bei Leerstand für den Abriss zu instrumentalisieren, um einen Neubau zu argumentieren. Die ökologische Komponente, also die Graue Energie, spielt dabei keine Rolle. Man fragt sich: Wem gehört die Stadt? Und können wir weiterhin so handeln?

Janine Pommerenke studiert im Master Stadtplanung an der TU Berlin. Zuvor studierte sie im Bachelor Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, wodurch sie sich eine ökologische Betrachtungsweise auf die Stadtplanung aneignete. Für eine notwendige Transformation der Stadtplanung und des Bausektors sieht sie vielseitige Möglichkeiten.



Sorgende Nachbarschaften – Care-Beziehungen in Berlin-Marzahn (Vortrag)
Sonntag, 14:30 Uhr
Felicitas Maltry

Wurde der Bedeutungsverlust der Nachbarschaft in der Stadtforschung bereits vielfach diagnostiziert, stellt die Nachbarschaft für viele Menschen weiterhin eine wichtige Ressource dar, insbesondere für jene, die von wichtigen Versorgungsleistungen ausgeschlossen sind. Durch informelle Care-Praktiken zwischen Nachbar*innen können institutionelle Sorgelücken aufgefangen oder Zugänge sogar erst ermöglicht werden. Marginalisierte Nachbarschaften werden als „Problembezirke“ dabei oft einzig vor dem Hintergrund konflikthafter Aushandlungen diskutiert. In einer Begegnung mit den Bewohner*innen einer solchen Nachbarschaft im Stadtteil Berlin-Marzahn möchte ich ihre Bewältigungsstrategien ins Zentrum stellen und in einer intersektionalen Analyse die Frage aufwerfen, inwiefern nachbarschaftliche Care-Beziehungen das Potential haben, lokale Grenzziehungen zu (re-)produzieren oder zu durchkreuzen.

Felicitas Maltry schließt derzeit ihre Masterarbeit im Fach Soziokulturelle Studien an der Europa-Universität Viadrina ab und arbeitete in den vergangenen Jahren in verschiedenen, interdisziplinären Projekten zu den Themen Care, Stadt und Migration in Berlin, u.a. am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung.


Abgegrenztes Wohnen - wohlhabende Parallelgesellschaften in der Stadt (Workshop)
Sonntag 15.30 Uhr
Clara Mau und Judith Neidhardt
PODCASTPROJEKT // ZWISCHEN FASSADEN

BITTE BRINGT UNBEDINGT KOPFHÖRER UND EIN GERÄT ZUM ABSPIELEN DES PODCASTS MIT (z.B. Handy, Laptop)

Spotify
Website


Beim Thema abgegrenztes Wohnen denken sicherlich viele an sogenannte Gated oder Guarded Communities oder vielleicht sogar Privatstädte. In unserem Workshop wollen wir aber zeigen, dass Abgrenzungen viele Facetten haben und oft viel subtiler erfolgen, als durch einen Maschendrahtzaun. Doch wie erkennen wir dann Formen des abgegrenzten Wohnens in Städten? Und vor allem: Welche Folgen hat diese Abgrenzung für eine Stadtgesellschaft?

In unserem Workshop hören wir gemeinsam die erste Folge unseres Podcasts „Zwischen Fassaden“ und kommen danach darüber ins Gespräch. Freut euch auf meterhohe Toranlagen, Privatinvestoren, die das Zusammenleben in ganze Quartieren bestimmen wollen, die Macht des Ambientes und unsere Lieblingsfrage: Wem gehört eigentlich die Stadt?



Reconstructing the change, designing a toolbox of strategies (Vortrag/open panel)
Sonntag, 15:30 Uhr
Mahshid Balazadeh and X-tutorial Seminar participants

The purpose of this research is to explore contemporary challenges, namely displacement and social segregation, document and analyze the collective memories of the local citizens, and draft a set of tools that propose positive processes for facing the issues. This study alludes to Iranian cities, and identifies the existing challenges of a critical neighborhood called “Imamzadeh Yahya.”

The focus has been on critically examining the challenges of neighborhoods that couldn’t follow up with the rapid development of big cities, resulting in unequal access to public resources and services. In this symposium with the students from Urban design, architecture typology, and Iranistic studies, we would like to explain our process and present the toolbox that we developed throughout the semester. In the open panel, we will discuss the challenges of implementing these tools and the meaning of participation in contexts where governments are unable to provide land and services.


Straßennarrative in Berlin (Workshop/Vortrag)
Sonntag, 17:00 Uhr
Straßenlärm / Fee Wüstenberg

Wem gedenken wir im öffentlichen Raum? Wer entscheidet darüber und wie funktionieren Umbenennungsprozesse? Gemeinsam werden wir über Straßennarrative in Berlin und die Prozesse hinter Umbenennungen am Beispiel des Nettelbeckplatzes in Wedding diskutieren. Dabei werden die unterschiedlichen Positionen von Anwohner:innen, Aktivist:innen, der BVV Mitte und anderer Akteure berücksichtigt. Joachim Christian Nettelbeck (1738–1824) arbeitete für die Niederländische Westindien-Kompanie und war am transatlantischen Versklavungshandel beteiligt.

Wir sind Straßenlärm Berlin– eine Initiative, die auf koloniale, nationalsozialistische und patriarchalische Erinnerungskultur sowie deren Manifestationen im Stadtbild Berlins aufmerksam macht. Unser Ziel ist eine Sammlung der problematischen Gedenkorte in Berlin auf unserer digitalen Karte. Wir plädieren für die Sichtbarkeit von dekolonialem und antifaschistischem Widerstand durch die Ehrung von Aktivist:innen im Stadtraum.

Fee Wüstenberg studiert an der TU Berlin Kunstwissenschaft im Master und ist im Vorstand von Straßenlärm Berlin.


Traces of Colonial Spaces
Sonntag, 18:00 Uhr
Lía Duarte Rodriguez, Anna Okon und Angelina Orsagosch

Seit dem Sommer Semester 2022 gibt es die Projektwerkstatt Traces of Colonial Spaces die von der Studierendeninitiative ifa_diaspora am Institut für Architektur der TU Berlin organisiert wurde. Im Mittelpunkt der Werkstatt steht die intersektionale Auseinandersetzung mit postkolonialer und queer-feministischer Theorie im Bezug zum Berliner Stadtraum. Der Schwerpunkt dieses Semesters lag auf den Themen Natur/Kultur und Nicht-Westlicher-Epistemologie. In zwei 10-Minuten Stoßvorträgen gewähren die Master Studentinnen am Institut für Architektur Lía Duarte Rodriguez, Anna Okon und Angelina Orsagosch Einblicke in die postkoloniale Auseinandersetzung mit dem Berliner Zoo, und dem Konzept der Zeit anhand der Weltzeituhr am Alexanderplatz.



The infrastructure of Fortress Europe and its influence on the urban spatial production of Ceuta
Sonntag, 18:30 Uhr
Maripaz Agundez

My thesis investigates the spatial production triggered by the Fortress Europe at the border city of Ceuta. Ceuta represents the perfect platform where a wide range of different actors intervenes. I reflect on the colonialist past of the enclave. The urban structure defined by the military regimes at the beginning of the 20th century is still present and together with the border infrastructure has contributed to the staggering social segregation of the city. In my thesis, I investigate how architecture is used as a tool to exercise control mainly by supranational actors. Within this setting under a bottom-up perspective, I study the spatial agency of migrants and the strategies they follow to challenge the control/security imposed by higher forms of governance.



"Der Fall Yunus K. und Rigo B“ Eine forensische Untersuchung anlässlich gewaltsamer Auseinandersetzungen am 1. Mai 2009 am Kottbusser Tor  (Kurzfilm)
Sonntag 19.30 Uhr
Maria Nesterowa

Mit dieser Videoarbeit erinnert Maria Nesterowa an einen Gerichtsprozess, der anlässlich gewaltsamer Auseinandersetzungen im Anschluss der “Revolutionären Mai-Demonstration” stattgefunden hat.

Am Abend des 1. Mai 2009 wurden Yunus und Rigo am Kottbusser Tor festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, einen Molotov-Cocktail in Richtung der Polizei geworfen zu haben, wobei eine Frau in Brand gesetzt wurde. Die Anklage lautete: fahrlässige Körperverletzung und versuchter Mord.

Yunus (19) und Rigo (17) wurden nach einem zehnmonatigen Prozess wegen unzulänglicher Beweislast aus der Untersuchungshaft freigesprochen. Der Prozess fand 2009 statt – vor der intensiven Nutzung von Smartphones. Trotz der dünnen Datenlage wird klar, dass eine Verwechslung sehr wahrscheinlich ist.

Maria Nesterowa schließt im kommenden Semester ihr Masterstudium in Architektur an der UdK ab. Sie arbeitet im Bereich der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung.


Gemeinsamer Abschluss
Sonntag 20.00 Uhr